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Ein Klub aus Stahl, Schweiß und Fußball

mandl-martin
17. Aug.
10 Min. Lesezeit

14 Jahre Premier League sind vorbei. West Ham United spielt wieder Championship. Für einen gewöhnlichen Klub wäre das eine Katastrophe. Für West Ham ist es vielleicht die Chance, sich daran zu erinnern, wer die Hammers eigentlich einmal waren.

Das neue Stadion von West Ham - Foto-Copyright: Samuel Regan-Asante - Unsplash
Das neue Stadion von West Ham - Foto-Copyright: Samuel Regan-Asante - Unsplash

Am Ende war es eine dieser absurden Rechnungen des englischen Fußballs.

West Ham gewann am letzten Spieltag 3:0 gegen Leeds.

Es war ein Sieg.

Aber keiner, der etwas änderte.

Tottenham gewann gleichzeitig gegen Everton 1:0.

Damit war es besiegelt:

West Ham United steigt ab.

  1. Platz.

39 Punkte.

Nach 14 Jahren Premier League geht es zurück in die Championship.

Und plötzlich ist dieser Klub wieder dort, wo er so lange nicht mehr war.

Nicht ganz unten.

Aber eben auch nicht dort, wo West Ham sich inzwischen selbst gesehen hat.

Die großen Stadien.

Die großen Transfers.

Europa.

Premier League.

Champions-League-Ambitionen.

Und jetzt:

Burnley. Charlton. Watford. Derby. Millwall.

Championship.

Eine Liga, die West Ham eigentlich hinter sich lassen wollte.


Und dann kommt der erste Spieltag

Sonntag, Turf Moor.

Burnley gegen West Ham.

Zwei Absteiger.

Zwei Vereine, die eigentlich möglichst schnell wieder nach oben wollen.

West Ham führt 1:0.

Dann 2:0.

Alles scheint seinen erwartbaren Lauf zu nehmen.

Und dann kommt Zian Flemming.

  1. Minute: Elfmeter.

2:1.

Nachspielzeit:

2:2.

West Ham gibt zwei Punkte aus der Hand.

Der erste Schritt zurück in die Premier League fühlt sich plötzlich nicht wie ein Neustart an, sondern wie eine Warnung.

Und vielleicht passt genau das zu West Ham.

Denn dieser Verein hat selten den einfachen Weg genommen.


Ein Klub aus den Docks


Wenn man West Ham verstehen will, muss man zurück.

Nicht in die Premier League.

Nicht ins London Stadium.

Nicht einmal nach Upton Park.

Sondern zu den Thames Ironworks.

1895 wurde der Verein als Thames Ironworks FC gegründet. Arnold Hills, der Besitzer der Werft, unterstützte die Gründung einer Mannschaft für die Arbeiter des Unternehmens. Das erste große Spiel folgte noch im selben Jahr im FA Cup gegen Chatham.

Das ist der Anfang.

Nicht irgendein Geschäftsmann, der einen Fußballklub als Investment gründet.

Sondern eine Werft.

Arbeiter.

East London.

Die Themse.

Schiffe.

Stahl.

Harte Arbeit.

Und daraus entsteht ein Fußballverein.

West Ham United.


Die Hammers sind kein künstliches Arbeiterklischee


Das wird bei West Ham manchmal romantisiert.

Aber die Wurzeln sind tatsächlich da.

Der Verein entstand im Umfeld der Thames Ironworks und der Arbeiter des East Ends.

Das prägte die Identität.

Es prägte die Anhänger.

Und es prägte auch den Fußball, den West Ham später spielen wollte.

Technisch.

Mutig.

Kreativ.

Mit Spielern aus der eigenen Umgebung.

Mit einer Verbindung zwischen Klub und Community.

Das berühmte Selbstbild vom „West Ham Way“ entstand nicht erst im modernen Marketing.

Es hat seine Wurzeln in dieser Geschichte.


Dann kam die Akademie


Vielleicht ist das sogar der wichtigste Teil der West-Ham-Geschichte.

Nicht die Pokale.

Nicht die Premier League.

Sondern die Spieler.

In den 1950er-Jahren entwickelte Ted Fenton die Academy of Football zu einem zentralen Bestandteil des Vereins. Fenton wollte junge Spieler entwickeln – nicht nur zu guten Fußballern, sondern auch zu Menschen.

Und dann kamen sie.

Bobby Moore.

Geoff Hurst.

Martin Peters.

Trevor Brooking.

Billy Bonds.

Spieler, die nicht einfach nur für West Ham spielten.

Sie waren West Ham.


1964: Der erste große Triumph


1964 gewinnt West Ham den FA Cup.

Preston North End.

3:2.

Wembley.

Der erste große Titel.

Ein Jahr später kommt der nächste.

Und der ist noch größer.


1965: West Ham erobert Europa

European Cup Winners’ Cup.

West Ham gegen 1860 München.

Wembley.

2:0.

Alan Sealey erzielt beide Tore.

West Ham ist Europapokalsieger.

Es ist einer dieser Momente, die den Charakter eines Vereins für Jahrzehnte prägen.

West Ham ist kein Serienmeister.

War es nie.

Aber dieser Klub kann auf einer großen Bühne auftauchen und einen Titel holen.


Und dann gewinnt West Ham die Weltmeisterschaft


Natürlich nicht offiziell.

Aber die Hammers erzählen die Geschichte bis heute gerne so.

  1. 1966.

England gegen Westdeutschland.

Wembley.

4:2.

Bobby Moore ist Kapitän.

Geoff Hurst erzielt drei Tore.

Martin Peters trifft ebenfalls.

Drei West-Ham-Spieler stehen im englischen Weltmeisterteam.

Der Klub selbst beschreibt die drei als zentrale Figuren dieses historischen Erfolgs.

Und deshalb gibt es diesen alten Hammers-Spruch:

West Ham won the World Cup.

Ganz falsch ist er nicht.


Bobby Moore


Wenn es einen Spieler gibt, der West Ham verkörpert, dann ist es Bobby Moore.

Geboren in Barking.

East London.

Mit 17 im Profiteam.

646 Pflichtspiele für West Ham.

FA-Cup-Sieger.

Europapokalsieger.

Weltmeister.

Und englischer Kapitän.

Moore ist nicht einfach eine Vereinslegende.

Er ist eine Figur der englischen Fußballgeschichte.

Und trotzdem blieb er:

ein Hammer.


Dann kam Trevor Brooking


Und Billy Bonds.

Und Frank Lampard.

Und später Paul Ince.

Rio Ferdinand.

Joe Cole.

Michael Carrick.

Frank Lampard junior.

Jermain Defoe.

Glen Johnson.

Mark Noble.

Declan Rice.

Die Liste ist lang.

Und sie erzählt immer wieder dieselbe Geschichte:

West Ham entwickelt Spieler.

Die Academy of Football ist kein Nebenschauplatz.

Sie gehört zum Kern dieses Klubs.


1975 und 1980


West Ham gewinnt den FA Cup wieder.

1975 gegen Fulham.

Dann 1980 gegen Arsenal.

1980 ist besonders bemerkenswert:

West Ham spielt damals selbst nicht in der höchsten Liga.

Und gewinnt trotzdem den FA Cup.

Das gehört zu den Dingen, die diesen Verein so eigenartig machen.

West Ham kann unten sein.

Und trotzdem oben gewinnen.

Die offizielle Titelliste führt die drei FA-Cup-Siege von 1964, 1975 und 1980 sowie den Europapokalsieg von 1965.


Das ist West Ham


Nicht Manchester United.

Nicht Liverpool.

Nicht Arsenal.

Nicht Chelsea.

West Ham hat nie die englische Meisterschaft gewonnen.

Aber West Ham hat Pokale gewonnen.

Europapokale.

Und Weltmeister hervorgebracht.

Der Verein ist groß genug, um sich an große Zeiten zu erinnern.

Aber nicht groß genug, um sie für selbstverständlich zu halten.

Vielleicht liegt genau darin die besondere Beziehung zwischen Klub und Fans.


Upton Park


Dann gibt es einen Ort, der in dieser Geschichte nicht fehlen darf.

Upton Park.

Der Boleyn Ground.

Heimat von West Ham über mehr als ein Jahrhundert.

Hier war West Ham nicht nur ein Fußballverein.

Hier war West Ham East London.

Enge Straßen.

Pubs.

Familien.

Arbeiter.

Gesänge.

Erinnerungen.

Der Abschied 2016 war deshalb für viele Fans mehr als ein Stadionwechsel.

Es war der Abschied von einem Stück Identität.


Dann kam das London Stadium


Olympiastadion.

Stratford.

62.500 Plätze.

Größer.

Moderner.

Internationaler.

Und trotzdem blieb eine Frage:

Kann West Ham dort noch West Ham sein?

Die Diskussion ist bis heute nicht beendet.

Der Klub zog 2016 aus dem Boleyn Ground ins London Stadium. Die Arena verfügt über eine aktuelle Fußballkapazität von 62.500 Plätzen.

Viele Fans akzeptierten den Wechsel.

Andere vermissen Upton Park bis heute.

Und jetzt kommt die Ironie:

In der Championship wird das London Stadium wahrscheinlich zu einem der größten Stadien der Liga.


Und die Gegner kommen


Das ist eine der faszinierendsten Folgen des Abstiegs.

West Ham fährt nicht mehr zu Manchester City.

Nicht zu Liverpool.

Nicht zu Arsenal.

Nicht zu Tottenham.

Stattdessen:

Derby.

Watford.

Birmingham.

Southampton.

Wrexham.

Charlton.

QPR.

Millwall.

Und plötzlich wird aus dem großen Premier-League-Klub ein Gegner, auf den sich die gesamte Liga freut.


West Ham ist jetzt das Spiel des Jahres


Für viele Championship-Klubs wird die Partie gegen West Ham zum größten Heimspiel der Saison.

Das hat Tony Gale, ehemaliger West-Ham-Verteidiger, bereits sehr treffend beschrieben: West Ham werde in der Championship für viele Gegner zum „cup final“. Selbst kleinere Klubs könnten das London Stadium füllen wollen.

Das ist die neue Realität.

West Ham wollte eigentlich wieder Premier League spielen.

Jetzt ist West Ham selbst die Attraktion.


Und dann ist da Millwall


Natürlich.

West Ham gegen Millwall.

East London gegen South East London.

Dockers.

Arbeitergeschichte.

Rivalität.

Und eine der bekanntesten Feindschaften im englischen Fußball.

Das Derby ist für die Championship-Saison bereits fixiert: West Ham gastiert am 19. September 2026 bei Millwall.

Und plötzlich bekommt der Abstieg eine ganz andere Dimension.

Denn dieses Derby ist nicht einfach ein Ligaspiel.

Es ist eine Erinnerung daran, wo West Ham herkommt.


Der Klub zurück in seiner eigenen Geschichte


Vielleicht ist genau das der interessante Punkt.

West Ham ist in der Championship nicht einfach abgestiegen.

Der Verein ist in gewisser Weise zurück in einer Welt, die zu seiner Geschichte gehört.

Nicht die Welt der globalen Premier-League-Marken.

Sondern die Welt des englischen Fußballs, in der Stadien und Vereine ihre eigene Bedeutung haben.

In der ein Auswärtsspiel bei Millwall mehr bedeutet als irgendein Tabellenplatz.

In der ein Spiel gegen Charlton zum Londoner Fußballabend wird.

In der ein kleinerer Championship-Klub plötzlich 60.000 Menschen gegenüberstehen kann.


Aber die Romantik hat einen Haken


West Ham ist heute nicht mehr der Klub von 1965.

Und genau deshalb ist der Abstieg so gefährlich.

Die Premier League ist finanziell eine andere Welt.

Der Klub hat einen großen Kader.

Große Gehälter.

Ein großes Stadion.

Hohe Erwartungen.

Und gleichzeitig muss er mit deutlich geringeren Einnahmen auskommen.

Der Druck, sofort zurückzukehren, ist enorm.

West Ham wird deshalb nicht gemütlich zwei Jahre Championship spielen können.

Es muss nach oben.


50.000 Menschen können nicht irren


Und trotzdem gibt es etwas, das West Ham noch immer von vielen anderen Absteigern unterscheidet.

Die Fans.

Vor der Saison waren bereits rund 50.000 Dauerkarten verkauft, obwohl der Klub abgestiegen war. Der Guardian berichtete von dieser außergewöhnlichen Nachfrage und zugleich von der Unzufriedenheit vieler Fans mit der Führung des Vereins.

Das ist West Ham.

Die Premier League kann verschwinden.

Die Champions League kann verschwinden.

Die großen Namen können verschwinden.

Aber die Menschen kommen.


Das ist vielleicht die größte Stärke dieses Vereins


West Ham ist kein Klub, der wegen seiner Erfolge geliebt wird.

Dafür gibt es zu wenige.

Er ist ein Klub, der wegen seiner Geschichte geliebt wird.

Wegen Bobby Moore.

Wegen Upton Park.

Wegen der Academy.

Wegen 1964.

  1. 1965.

  2. 1966.

  3. 1967.

Wegen 1966.

Wegen der Lieder.

Wegen East London.

Wegen der Hammers.

Und inzwischen auch wegen 2023.


2023: Die moderne Generation schreibt ihre eigene Geschichte


43 Jahre hatte West Ham auf einen großen europäischen Titel gewartet.

Dann kam Prag.

Europa Conference League.

Fiorentina.

2:1.

Jarrod Bowen erzielt in der Schlussphase das entscheidende Tor.

West Ham gewinnt den ersten großen europäischen Titel seit 1965.

Es war ein unglaublicher Moment.

Die Fans feierten.

Die Mannschaft feierte.

Und plötzlich war West Ham wieder Europapokalsieger.

2023.

Nach 43 Jahren.


Und drei Jahre später ist alles anders


Das ist vielleicht das Verrückteste an der Geschichte.

2023:

Europapokalsieger.

2026:

Championship.

Drei Jahre.

Ein kompletter Fußballzyklus.

Und genau deshalb ist West Ham eine so gute Geschichte für einen Long Read.

Denn dieser Klub war nie linear.

Er war nie einfach.

Er war nie Manchester United.

Er war nie Chelsea.

Er war immer ein bisschen anders.


Die Hammers Way


Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Academy so wichtig ist.

West Ham möchte nicht nur gewinnen.

Zumindest in seiner eigenen Erzählung möchte der Klub richtig Fußball spielen.

Technik.

Mut.

Offensive.

Junge Spieler.

Kreativität.

Der „West Ham Way“ wurde besonders unter Ron Greenwood zum Leitbild – attraktivem, offensivem Fußball und der Entwicklung eigener Spieler.

Das ist natürlich romantisiert.

Fußball ist längst Geschäft.

West Ham kauft Spieler.

Verkauft Spieler.

Verdient Millionen.

Aber das Ideal ist geblieben.


Declan Rice ist das jüngste Beispiel


Rice kam aus der West-Ham-Akademie.

Wurde Kapitän.

Wurde englischer Nationalspieler.

Und schließlich für eine Rekordsumme verkauft.

Der Transfer brachte West Ham enorm viel Geld.

Aber er zeigte gleichzeitig das Dilemma:

West Ham kann große Spieler entwickeln.

Aber wenn diese Spieler zu groß werden, kommen die ganz großen Klubs.

Dann gehen sie.


Jetzt muss West Ham wieder etwas entwickeln


Nicht nur Spieler.

Den Klub.

Die Mannschaft.

Die Beziehung zu den Fans.

Vielleicht sogar die eigene Identität.

Denn die Frage lautet nicht nur:

Wie kommt West Ham zurück in die Premier League?

Die interessantere Frage lautet:

Als welcher Klub kommt West Ham zurück?


Ein Premier-League-Klub im Championship-Körper


Das ist momentan das Problem.

West Ham hat die Infrastruktur eines großen Premier-League-Klubs.

Das London Stadium.

Eine riesige Fangemeinde.

Internationale Bekanntheit.

Eine starke Akademie.

Europäische Geschichte.

Aber sportlich spielt man jetzt gegen Klubs, die West Ham nicht mehr als selbstverständlich über sich akzeptieren.

Jeder Gegner wird sich zerreißen.

Jeder Auswärtspunkt ist hart.

Jeder Heimfehler wird zum Thema.

Und jedes Spiel gegen West Ham ist für den Gegner ein Ereignis.


Der Auftakt hat das schon gezeigt


2:0 gegen Burnley.

Dann 2:2.

West Ham kontrollierte das Spiel lange.

Und verlor trotzdem die Kontrolle.

Nuno Espírito Santo sprach anschließend davon, dass die Mannschaft vorne Verstärkung brauche. Die englische Presse sah im späten Zusammenbruch ein erstes Warnsignal dafür, dass der Weg zurück schwieriger werden könnte als gedacht.

Genau das ist Championship-Fußball.

Du kannst ein Spiel dominieren.

Und trotzdem zwei Punkte verlieren.


Vielleicht ist das sogar gut


Nicht für die Tabelle.

Aber für die Geschichte.

Denn ein 2:0-Sieg hätte die Illusion erzeugt:

West Ham ist viel zu gut für diese Liga.

Ein 2:2 zeigt:

Nein.

Ist es nicht.

Diese Liga wird West Ham nicht einfach durchwinken.


Und vielleicht braucht dieser Klub genau das


Eine Erinnerung.

Daran, dass Fußball nicht nur Geld ist.

Nicht nur Transfers.

Nicht nur Stadiongröße.

Nicht nur Premier League.

West Ham kommt aus einer Welt, in der ein Verein seine Identität aus seiner Umgebung bezieht.

Aus Arbeit.

Aus Menschen.

Aus Nachwuchs.

Aus Rivalitäten.

Aus Geschichten.

Und vielleicht muss der Klub genau dorthin zurück.


Nicht zurück nach Upton Park


Das geht nicht.

Das Stadion ist weg.

Die Zeit ist vorbei.

Die Welt hat sich verändert.

West Ham wird im London Stadium bleiben.

Aber Identität hängt nicht an vier Tribünen.

Sie hängt an Menschen.

An Erinnerungen.

An Geschichten.

Und an der Frage, ob ein Verein sich selbst noch erkennt.


Vielleicht beginnt jetzt eine neue West-Ham-Geschichte


Nicht die Geschichte vom nächsten großen Transfer.

Nicht die Geschichte vom nächsten Milliardär.

Nicht die Geschichte vom nächsten Premier-League-Jahr.

Sondern:

Wie kommt ein großer Traditionsklub wieder zu sich?

Das ist viel interessanter.


West Ham muss nicht vergessen, wer es ist


Die Hammers haben eine Geschichte, von der andere Vereine träumen.

Thames Ironworks.

East London.

Upton Park.

Bobby Moore.

Geoff Hurst.

Martin Peters.

  1. 1964.

  2. 1965.

  3. 1966.

  4. 1967.

  5. 1968.

  6. 1969.

Die Academy.

Der Europapokal.

Der FA Cup.

Die Weltmeister.

Und jetzt:

Championship 2026/27.


Vielleicht ist das kein Absturz. Vielleicht ist es eine Erinnerung.


An einen Klub, der nie zu den Allergrößten Englands gehörte.

Aber immer groß genug war, um ihnen weh zu tun.

Ein Klub, der Weltmeister hervorbrachte.

Der Europapokale gewann.

Der FA-Cup-Finals gewann.

Der 43 Jahre auf einen Titel warten konnte und ihn dann ausgerechnet in Prag holte.

Ein Klub, dessen Fans trotz des Abstiegs zu Zehntausenden bleiben.

Und ein Klub, der jetzt gegen Millwall spielt.

Wieder.


West Ham ist zurück


Zurück in der Championship.

Zurück in einer Liga, in der jeder Gegner West Ham schlagen will.

Zurück in einer Welt, in der ein Auswärtsspiel bei Millwall plötzlich wichtiger sein kann als irgendein Hochglanzabend in der Premier League.

Zurück in einer Liga, in der das London Stadium absurd groß wirken wird.

Zurück in einer Saison, die mit einem 2:2 bei Burnley begonnen hat.

Und vielleicht zurück zu einer Frage, die bei West Ham seit Jahrzehnten immer wieder auftaucht:

Wer sind wir eigentlich?

Die Antwort liegt nicht in der Tabelle.

Sie liegt in East London.

In der Academy.

In Bobby Moore.

In den Docks.

In Upton Park.

In den Hammers.

Und in den Menschen, die auch dann noch kommen, wenn die Premier League nicht mehr kommt.

West Ham ist wieder im Unterhaus.

Aber vielleicht war dieser Klub ohnehin nie nur dafür gemacht, oben zu sein.

Vielleicht war West Ham immer dafür gemacht, West Ham zu sein.

 
 
 

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